Samstag, Oktober 21, 2017

Warten, 2

Wenn ich was mache, dann mache ich es 150%. Im aktuellen Fall: mir keine Gedanken.
Und so passst es perfekt, dass heute Unihockeyheimspiel war, bei dem der Gastgeberverein eben für die Infrastruktur sorgt. Ich habe Q. um viertel vor acht aus dem Haus Richtung Turnhalle geschickt, bin selber um halb neun hinterher, mit dem Kuchen von gestern im Gepäck. Vor mir lagen: ein SPiel anfeuern und dann drei Stunden Beizlidienst, will heissen: Hotdogs ("Ketchup, Mayo, Senf?"), Schnitzelbrote ("Cocktail oder Tartare?"), Hektoliter an Kaffee, Kilometer an Gummischlangen ("Regenbogen oder Anakonda?"), Unmengen an Kuchen und Süssgetränken ("Rivella rot oder blau, Cola normal oder Zero? Eistee Pfirsich oder das andere, dings, normale, gelbe, Zitrone? Wasser mit oder ohne Blötterli?") machen und verkaufen.
Danach waren die Kinder bei der Naturschutzübung der Pfadfinder und haben mit dem Natur- und Vogelschutzbund zum Teil im strömenden Regen Bachbetten, Insektenhotels und Eidechsenmauern von Gedöns befreit. Der Hübsche und ich waren wocheneinkaufen, haben mittelspontan den Kühlschrank abgetaut und halt grundgereinigt (er ist nie so leer wie vor dem Wocheneinkauf) und anscheinend ist es eine Tradition, dass es nach der Pfadiübung Tacos gibt....
Fazit: ich bin schlagkaputt, kann weder Wienerwürschtli noch Schnitzel in den nächsten Wochen vertragen, der Kühlschrank ist wieder chic, die Kinder wieder aufgetaucht und ich habe mir nahezu keine Sorgen gemacht. Sogar das beim Trampolinturnen seinerzeit ruinierte Sprunggelenk tut das, was es soll: weh, weil Wetterumschwung. Alles läuft nach Plan, was will man mehr...

Freitag, Oktober 20, 2017

Warten, 1

So, Tag 1 "Warten auf Ergebnisse" ist fast rum. Es läuft erstaunlich gut, es hilft skurrilerweise, dass der Stich (die Stiche? ich habe noch nicht unters Pflaster geguckt) von gestern wehtut. Nicht schlimm, überhaupt nicht, aber genug, um mich daran zu erinnern, dass ich auf mich aufpassen soll. Mittlerweile ist es auch ordentlich blau und ein bisschen angeschwollen (höhö, unsymmetrisch :-), aber ich trage eh eher weite Oberteile), aber, und das ist super, es hat meinen Nachtschlaf überhaupt nicht eingeschränkt. Ich hatte schon Sorge, weil ich ("flexibel", spontan" und "unberechenbar" sind meine zweiten, dritten und vierten Vornamen) zum Lesen im Bett IMMER auf der linken Seite liege und mich dann zum Einschlafen auf die rechte Seite drehen MUSS. Ich habe probiert, das ein bisschen flexibler zu gestalten, aber es geht nicht. Und wie man ja weiss, ist Schlafen nicht gerade eine meiner Kernkompetenzen, da kann ich eigentlich keine negative beeinflussenden Faktoren gebrauchen. Aber: alles gut.


Den Tag habe ich dann durch unabhängig von dem Ganzen ausnahmsweise kein Homeoffice, wo ich vielleicht zu arg allein mit meinen Gedanken gewesen wäre, sondern echt spannenden Meetings (Welcome to CEC-Level, kleines Projekt :-)) und einem naja, so mittleren Workshop, der aber den ganzen Nachmittag dauerte auch ohne Kopfkino rumgebracht. (Dummerweise wollten auf einmal alle die Workshopteilnehmer begrüssen mit Umarmung und drei Küsschen und obwohl ich mich damit nach mittlerweile 15 Jahren Basel arrangiert habe, war ich dann heute doch etwas zögerlich und steif bei dem Ganzen, aber "Vorsicht, autsch, nicht meinen Busen so quetschen" ist halt auch schwierig als Icebreaker.


Jetzt endlich: Wochenende einläuten mit Pizza und Rotwein und Kuchenbacken, morgen ist nämlich den ganzen Tag Heimturnier der Unihockeymannschaft und weil wir wegen "Alle arbeiten" den Wocheneinkauf noch nicht erledigt haben, bin ich superfroh, dass ich mit dem Kirschgewürzkuchenrezept meiner Schwiegermutter eine Variante für einen recht leeren Vorratsschrank in meinem Rezeptbuch habe.




Für Leute, die mit meiner Kürzelvariante nicht so ganz zufrieden sind:


Es braucht:
4 Eier, die man mit maximal 250g Zucker (das war das Originalrezept, ich finde, 200 tuns auch. Oder weniger) schaumig schlägt. Man rührt 1 TL Zimt und eine grosszügige Prise gemahlene Nelken unter und hebt 250g Semmelbrösel unter (vorsichtig, nur bis es halbwegs homogeny ist.). Dann hebt man ein abgetropftes Glas Kirschen unter und bäckt in einere Springform für 45 Minuten bei 180 Grad (Umluft). Zur Deko noch Puderzucker drüber, für ganz Wilde Sahne dazu, fertig.


(Verraten Sie dem Hübschen nichts, es war nur noch ein kleines Glas Kirschen da, deshalb ist auch ein Glas Cranberries drin)




Soweit, so gut.


Was mich wirklich tröstet, berührt, beschäftigt, ist der Grad an guten Wünschen und Unterstützung, die mir aus allen Ecken und Enden des Internets zuteil werden, sei es als Kommentare, als Mails, als Twitter-Replies oder DMs, als Instagram-Kommentare oder DMs oder Videos. Das ist wie eine warme Decke! Was mich heute auch eine Zeitlang beschäftigt hat, ist die Tatsache, dass so viele von Ihnen mir schreiben "Das habe ich auch erlebt.", mit welchem Resultat auch immer. Ich freue mich einerseits darüber (also: nicht, dass Sie Angst und Schmerzen hatten, aber das wissen Sie, ja?), weil ich damit nicht allein bin. Andererseits liess es mich innehalten und überlegen:" Mache ich da jetzt ein zu grosses Gesschiss drum? So viele haben das erlebt und kein so ein Drama draus gemacht, aber ich, ich schreibe da drüber und alle haben Mitleid mit mir und eigentlich ist es gar nicht so schlimm, warum stelle ich mich nur an und suche nach Aufmerksamkeit?" Aber dann dachte ich mir, das ist ja jetzt doof, oder? Ich habe Angst, ich mache mir Sorgen, und meine Art, damit umzugehen, ist darüber zu redden und zu schreiben. Ich bin sehr froh, dass das auch andere vor mir getan haben und vielleicht hilft das hier Aufgeschriebene auch irgendjemandem.


So. Der Kuchen ist fertig, ich wünsche Ihnen ein wunderbares Wochenende und danke für Alles!

Donnerstag, Oktober 19, 2017

Ach, was solls

Ich hatte ja eigentlich vorgehabt, erst "offiziell" drüber zu schreiben, wenn ich genau weiss, was Sache ist (und wenn der Spuk hoffentlich vorbei ist), aber ich war noch nie gut in Geheimnisse behalten und ausserdem habe ich so viel Unterstützung und gute Gedanken und Austausch bekommen (und es beschäftigt mich eh, ob ich nun drüber schreibe oder nicht), hier also die Hintergrundstory zu meinen Sorgen im Moment.


Bei mir sind die Herbstferien immer der Zeitpunkt, an dem ich die nötigen Vorsorgetermine ausmache: Zahnarzt für alle, Grippeimpfung für die Kinder und mich (der Hübsche muss sich selber drum kümmern), Gyn-Check-up für mich, normalerweise noch Hautarzt für mich... hm. das habe ich vergessen dieses Jahr, aber ich war ja erst im Frühjahr beim Schnippeln, oft auch noch Anpassen der Skisachen für die nächste Saison, aber das tut jetzt nichts zur Sache.
Also. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ich tue immer brav, was mir bei den Check-up-Terminen (und von Brustkrebs-Kampagnen überall, bei meinem Arbeitgeber zB) empfohlen wird, ich hatte auch das eine oder andere Mal schon etwas zu ertasten gemeint, was dann im Laufe eines Zyklus wieder verschwand oder bei Erwähnung beim Checkup sofort als harmlos klassifiziert werden konnte.
Also war ich nicht zu nervös, als ich beim Eincremen nach dem Duschen vor ca zwei Wochen einen ... Knubbel rechts spürte, der auf Druck schmerzempfindlich war, ich ging davon aus, dass die Ärztin da mit fachkundiger Hand drüberstreicht, "Ah, das ist eine Zyste, kein Problem", Abstrich "Wenn Sie nix von mir hören, ist alles gut, bis nächstes Jahr."
Es hat mich also ziemlich eiskalt erwischt, dass sie nicht nur nicht sofort "Kein Problem" sagte, sondern sich für den Ultraschall sehr, sehr viel Zeit nahm, dann noch den Modus, mit dem man Blutgefässe sehen kann (kenn ich dank ausgiebiger Nierenultraschalle mittlerweile ganz gut), und dann tief Luft holte vor dem Erklären. Das Ding ist grosser, als es sich anfühlt (ich hätte gesagt, es ist maximal so gross wie eine Jelly Bean), nämlich 2x2x1.5cm, es sieht viel nach einem gutartigen Fibroadenom aus, das einzige, was nicht ins Bild passt, ist die Blutversorgung des Ganzen.
Dank meines Jobs weiss ich, dass Blutversorgung nix Gutes ist, wenn es um "Geschwulste" irgendeiner Art geht, und sie hat mir behutsam, aber sehr klar erklärt, dass es höchstwahrscheinlich nichts Schlimmes ist, aber dass sie das trotzdem abklären würde. Das (und die Art, wie sie es eklärt hat) fand ich super, weil ich mir ab dem Moment, als ich das Blutgefäss gesehen hatte, sicher war, dass mir "wahrscheinlich" in diesem Fall nicht reichen würde, ich mich aber, durcheinander wie ich war in dem Moment, nicht in der Lage sah, das zu diskutieren oder "einzufordern". War ja alles nicht nötig und sie sorgte dafür, dass ich so schnell wie möglich (also: diese Woche) einen Termin für eine Biopsie bekam. Sie erklärte mir auch genau, wie wir das mit den Resultaten machen würden (in jedem Fall in der Praxis, und das ist mir so viel wert, dieses Vorab-Ausräumen von potentiellen Missverständnissen und Quellen für noch mehr Panik als eh schon), und dann stand ich da. (Mit eh schon keinem Kreislauf wegen Blutspenden).
Das war.... schon ziemlich doof. Einerseits bin ich rational und Naturwissenschaftlerin und kann eigentlich mit "höchstwahrscheinlich" ganz gut leben. Andererseits weiss ich (als rationale Naturwisschenschaftlerin) halt auch, dass "höchstwahrscheinlich" nicht "immer" heisst. Ich war dann  aber doch erstaunt, wie sehr mir das den Boden unter den Füssen weggezogen hat....besonders im Vergleich zu den abgeschnibbelten Muttermalen im Frühjahr, die mir ja überhaupt keine Sorgen gemacht haben.
Obwohl es mich dann doch immer wieder in den Fingern gejuckt hat "Fibroadenom mit Blutversorgung" zu googlen, habe ich es brav gelassen, ebenso alle Recherche zu Biopsietechniken und mich lieber bei zwei Damen aus dem Internet, von denen ich weiss, dass sie beide leider Erfahrung mit dem Thema haben, informiert (Danke, ihr zwei! Das hat mir so viel geholfen!) und versucht, einfach überhaupt nicht nachzudenken.


Heute war es dann also soweit und ich war ..... unglaublich nervös, als ich mit wackligen Knien in der Radiologie- und alles andere an Bildgebungspraxis aufschlug. Ich hatte mir die Berichte von Petrolgrau (danke für das Hackfleischbild in meinem Kopf :-)) durchgelesen und war schon erstmal heilfroh, dass bei mir nur eine Biopsie mit Ultraschallunterstützung gemacht wurde und der ganze MRT-, Kontrastmittel-, Röntgen-Aufriss wegfiel, und nur gestanzt werden würde. Ich fand die Nadel durchaus beeindruckend dick und lang und hatte echt Mühe, zu glauben, dass es dank Betäubung nicht weh tun würde, aber ... so war es. Die Betäubungsspritze war wie immer, und dann war es nur ein sehr seltsames Gefühl von Druck. Mein grösstes Problem war es, nicht zu genau drüber nachzudenken, dass da gerade in meiner Brust rumgestochert wird, dass mir erstaunlich viel Blut an der Seite runterläuft und dass ich schon atmen sollte, aber nicht hyperventilieren. Das Abzählen der Lüftungsschlitze (78) und der Pünktchen an den Deckenpaneelen (723) half dabei.
Das eigentliche Stanzen war dann  ein lautes Klackgeräusch und wie so ein Schlag mit Zwicken innnendrin. Gottseidank hatte ich bei der Vorbesprechung schon mitbekommen, dass der Arzt zwei Muster plante, so dass ich nicht überrascht war, dass er ein zweites Mal losstocherte (wieder keine Schmerzen, nur Atmen und nicht zu sehr an gruslige Details denken).
Der Biopsie-Arzt betonte noch einmal, dass er auch denkt, dass es ein Fibroadenom ist (er hat aber auch den Gefässultraschall nicht gemacht), die Analyse wird zwei Tage dauern, ich rechne also nicht vor Montag damit.
Ich bekam ein Druckpflaster auf das Löchlein, das ein bisschen unpraktisch unter dem BH-Bügel ist, die Vorwarnung, dass es wegen eines getroffenen Blutgefässes eben sehr viel geblutet hätte und vermutlich einen grossen Bluterguss geben wird.
Beim Aufstehen wurde mir dann vor lauter kein Blutdruck, kein Adrenalin, viel blutige Tupfer, Nadeln und keinen Nerven mehr übrig sehr schwummrig, so dass ich es echt langsam angehen liess und erst noch eine Zeitlang auf der Liege und dann im Wartezimmer rumlungerte.


Jetzt, wo die Betäubung nachlässt, fühlt es sich schon ein bisschen unangenehm an; dass ich meine schwere Tasche immer rechts trage, hilft auch nicht wirklich, aber es ist nicht richtig schlimm.  und ich habe dann doch heute irgendwann beschlossen, dass es mir nicht gut geht (meine schauspielerischen Fähigkeiten sind limitiert, mir wurde heute immerhin dreimal attestiert, ich sähe aber müde aus.) und bin schon nachnittags heim. Armheben geht nicht so gut, es zieht und ich habe höllische Kopfschmerzen der Sorte "die Anspannung lässt nach".
Nun ja. Sofa it is!


So. Mein Plan ist jetzt: warten bis Montag, ohne gross drüber nachzudenken, dass das Resultat auch icht gut sein könnte. Wenn es nicht gut ist, dann ist es auch dann noch Zeit genug, panisch zu werden.

Mittwoch, Oktober 18, 2017

Limbo

ein sehr seltsamer Tag, an dem ich seltsam froh war, dass ich bei der Arbeit nur wenig mit Leuten zusammen war, die mich sehr gut kennen oder in Situationen, die mehr als Kommunikation über Jobthemen erlauben / beinhalten.
Denen, die mich nicht soooo kennen, kann ich auf das ubiquitäre "Und, alles klar bei dir?" (Was oft auch "Du strahlst so?!" ist. Heute aber nicht,) hinreichend überzeugend "Ja, alles super" antworten und das war es dann für den Moment. Ich kann Spässle machen (Star Trek-Red-Shirt-Witze gehen immer), mich über Projekterfolge freuen, lästern, Italienreisen planen, alles gut. Aber wenn meiner Schwester beim schnellen gemeinsamen Mittagessen fragt: "Und, wie geht's Dir?", dann geht das .... nicht so und das war auch okay so, sehr sogar, aber noch (und ich hoffe und glaube, ich muss es nie) bin ich nicht bereit, dem, was da sein könnte, mehr Gedankenraum einzuräumen, als unbedingt sein muss. Ich mache das so Stück für Stück und ein Stück ist morgen früh dran. Wenn Sie Daumen übrig haben, dann dürfen Sie gerne drücken, ich würde mich freuen.
Und sonst bin ich heute mal nicht so streng zu mir wie sonst, das heisst, ich habe mich drauf verlassen, dass die Kinder schon allein pünktlich zum Training aus dem Haus gehen warden respektive wegen ein paar Minuten ganz allein daheim nicht verwahrlosen werden, anstatt vor der Zeit aus dem spannenden Meeting zu stürzen und zum früheren Zug zu rennen, ich werde mich statt zu crosstrainern mit Kindle in die Badewanne legen und mir das nicht mal mit "Wegen Blutspenden geht Rennen eh noch nicht" begründen, erstens weil es nicht wahr ist und zweitens weil ... ach, es ist jetzt halt so. Ich werde nur vielleicht den Fehler in der letzten Reihe des aktuellen Strickstücks suchen, vielleicht lasse ich das liegen bis morgen.
Ich werde mir die Nägel neu lackieren, mit einem Nagellack, bei dem ich nicht unendlich traurig wäre, wenn ich ihn nach morgen vielleicht nie wieder tragen wollen würde, der aber auch das Potential zu einem skurrilen Glücksbringernagellack hat.
Ach, wird schon warden.

Dienstag, Oktober 17, 2017

Thementag Medizin

Ich war ja ewig nicht mehr Blutspenden (Das Blutspendezentrum hat ja mal gesagt, mein B positiv ware zwar nice to have, aber eigentlich bräuchte das kein Mensch und deshalb müsste ich nicht andauernd kommen. Und dann kam andauernd was dazwischen und tja.). Mein Arbeitgeber organisiert regelmässige Termine am Standort, aber die letzten Jahre war tatsächlich immer irgendwas. Heute jedoch nicht (ausser, dass es mich eine Extrastrecke durch die Stadt kostete, aber das ist ja im Dienst der guten Sache und für meine Kondition nicht das Schlechteste), die Erkältungssymptome waren vorschriftsmässig eine Woche lang weg und so stand ich also um halb 10 bereit zum Aderlass. Vor lauter Aufregung habe ich gerade mal vergessen, den medizinischen Fragebogen auszufüllen, dann musste ich ein bisschen lang und ausführlich die Nierensache (und den Radunfall erklären) ---> es spricht wohl dafür, dass ich mit der Sache abgeschlossen habe, wenn ich auf die immer grosser werdenden Augen und das "Oh, da hatten Sie aber echt Glück" der medizinischen Fachpersonen mit ohne Panik und Herzklopfen (ein bisschen wäre für den Blutdruck ganz gut gewesen) einfach nur sagen kann: "Ja.", aber irgendwann dann ging es los. Ich habs ja nicht sooooo mit Nadeln, aber gsd muss man die ja nicht selber reinpokeln und die Leute machen das nicht zum ersten Mal. Ich bin irrational stolz über "Ui, Sie waren aber schnell, 4:39min für eine Beutel, das ist toll!", habe nett mit einer Kollegin von Regulatory geschwatzt (Ich musste ja immer zur Nachbarliege, weg von der Nadel, schauen), hatte noch ein leckeres zweites Frühstück, ein Tütchen gebrannte Mandeln, und zurück ging es ins Büro. Ich muss gestehen, ich hatte den Einfluss von einem knappen halben Liter weniger dann doch unterschätzt und bis zum letzten Moment weiter getippt, bevor ich mich auf den Weg zu Lift und Bus machen must. Prompt wurde mir im Lift Schwarz vor Augen und ich schaffte es gerade noch so, mich an die Wand zu lehnen und (ich gebe zu, das Kopfkino, wie sich die Lifttüren im Erdgeschoss öffnen und alle Kollegen mich zusammengesackt in der Ecke liegen sehen und der Werksschutz holt mich da raus und am Ende wird mir schlecht und der geölte Eichenboden IM Lift und die polierten Rheinkiesel davor... also. Ich habe es bis zur Bushaltestelle geschafft, mir einen Sitzplatz im Bus organisiert und den Weg bergauf (in den dritten Stock und der Lift war belegt!) zu der Praxis meiner Gynäkologin mit ganz viel Keuchen und eingeschränktem Blickfeld geschafft.


Dort dann Jahrescheck-up und ja, was soll ich sagen.. lassen Sie uns nächste Woche nochmal drüber reden. Bis dahin lenke ich mich durch Arbeit und Sport (also: ab morgen dann, wenn ich wieder Blut habe!) und  Zeug ab, es reicht, dass ich dem Hübschen alles am Telefon erzählt habe, jetzt muss ich aufhören, waswärewenn zu denken. (Weil immer mal wieder die Frage aufkommt, was man den machen soll, wenn man jemand Fremden irgendwo weinen sieht: aus eigener Erfahrung ware "nix" das richtige. Und Taschentücher. Mit nix sonst.). Ich google übrigens auch nicht, durch meinen Job bin ich eh näher am Thema als ich je hätte sein wollen. Gnah, was ein Scheiss.

Montag, Oktober 16, 2017

SHE-Hulk (Clickbait: mit 1000€-Rabattcode am Ende des Posts!)

Ich überlege ja, mir ein T-Shirt mit der Aufschrift "SHE-Issue" zu besorgen, bei der Arbeit beschäftigt mich das im Moment enorm.
(SHE bedeutet: Safety, Health and Environment, manche Firmen nennen das auch HSE oder SGU, das ist dann eher so der deutschsprachige, weniger international Raum :-)).
Interessanterweise ist es nämlich so, dass Chemie- und Pharmaunternehmen nicht primär darauf aus sind, das Grundwasser zu verseuchen, die Luft zu verpesten, Gewässer kippen zu lassen, Menschen krank zu machen oder Anlagen in die Luft zu sprengen, sondern eher eigentlich genau im Gegenteil. Man hat aber natürlich (wie überall, nech?) im Lauf der Zeit dazu gelernt, Dinge, die einem vor einigen Jahrzenten noch superschlau vorkamen, zB den radioaktiven Abfall aus Labors möglichst mit anderen Sondermüll zu mischen, damit das "verdünnt wird", macht man heute nicht mehr und man ist daran, die Folgen zu beseitigen (zB den gesamten Inhalt der Deponie, der "nur so verdünnt strahlt" halt jetzt als radioaktiven Abfall wo unterzubringen, wo er eher hingehört. Dieses Beispiel kommt btw nicht aus meinem aktuellen Job :-)
Ja nun, und auch wenn immer drüber gelästert wird, dass der Sustainability Report so eine Art Investorenbefriedigung durch geschönte Kennzahlen ohne Aussagewert ist, auf der Seite von denjenigen, die dafür sorgen müssen, dass die exxtrem hochgesteckten Ziele erreicht werden (so ein Platz 1 auf dem Sustainability Index erreicht sich nicht von allein), steckt extrm viel Arbeit dahinter.
Da ist die Umsetzung von wenigstens ein paar Sustainability-Zielen im eignen Haushalt fast schon ein walk in the park, immerhin verlangt niemand von uns Rückhaltebecken für unser verschmutztes Abwasser, ein storage concept für unsere Vorräte, ein automatisches Löschsystem und ein Occupational Health Hazard Assessment.
Die Solarpanels auf dem Dach machen seit anderthalb Jahren ihren Job, wir haben es mittlerweile geschafft, unsere Stromverbrauchsgewohnheiten so umzustellen, dass wenn möglich die grossen Stromfresser eben untertags bei Sonnenschein betrieben werden, nicht wie vorher in der Nacht, wo der Strom am günstigsten ist. Auch das Auto laden wir für den Normalgebrauch über die Solarpanels auf und nur vor längeren Strecken am Supercharger.
Lustigerweise habe ich bei all meinen Kollegen nun den Ruf eben einerseits des "Master of Desaster" mit den herausfordernden Projekten, andererseits auch die des Sustainability-Öko-fuzzis (Leider ist mein Lieblingsbegriff "Holzkettenursula" zu wenig international, um ihn bei der Arbeit zu etablieren, anders als manch eine meint, ist der nämlich kein Hatespeech, sondern durchaus liebevoll gemeint). Soll mir aber recht sein, so habe ich gerade letzte Woche wieder unseren Solaranlagen-Ordner verliehen und wenn alles glattgeht, wird nächstes Frühjahr die Firma, die unsere gebaut hat, auf unsere Emfpehlung hin, einen Auftrag von einer Kollegin bekommen. (und wir uns über die Empfehlungsprämie freuen). Die Kollegin hat dann übrigens auch gefragt, welches Auto wir denn damit laden und ich denke mir, es war nicht voreilig, auch hier den Referral-Link weiterzugeben, denn ich Sherlockine habe anhand ihres feuerroten Sportcoupes messerscharf geschlussfolgert, dass ihr ihr fahrbarer Untersatz nicht ganz gleichgültig ist und durchaus eine Affinität zu PS besteht.


Übrigens: falls Sie (natürlich angefeuert von den fundierten, sachlichen Erfahrungsberichten hier) auch mit einem Tesla liebäugeln, kann ich Ihnen nur empfehlen, noch  bis zum 31. Oktober einen zu bestellen (oder einen Vorführwagen zu kaufen) und dabei einen, nämlich unseren, Referrallink zu verwenden, Tesla hat nämlich das Empfehlungsprogramm geändert und ab November erhalten Sie zwar mit einer Empfehlung immer noch lebenslang gratis Laden an den Superchargern mit dazu, aber der 1000€-Rabatt, den gibt es nur noch bis zum 31. Oktober (und ja, ich weiss, dass ein Model S oder X auch mit 1000€ weniger immer noch sehr viel Geld kosten, aber 1000€ weniger sind halt 1000€ weniger. Und ja, wir freuen uns auch über die Referralpunkte und die daraus resultierendn Prämien, soviel sei der Transparenz halber gesagt :-))

Sonntag, Oktober 15, 2017

Fertig Ferien

Es ist wieder soweit: das letzte Herbstferienwochenende heisst: Chilbi im Dorf.
Little L. und ich leisten unseren Dienst am Crepe-Stand des Geräteturnvereins ab (wir haben total eigeninitiativ eine Schachtel Minischokoküsse mitgebracht und an Freunde und Bekannte unter der Hand "Spezialcrepe" zum Preis des Bestsellers mit Nutella abgegeben. Ich sehe nächstes Jahr eine Erweiterung der Speisekarte am Horizont :-)).





Ich muss dringend zum Haarenachschneiden, aber es könnte sein, dass ich wegen Leadership übernehmen meinen Termin nächste Woche verschieben muss. Flauschi! Was Sie wegen der Brille nicht sooooo gut sehen, ist, dass ich heute erstmals eine Cut Crease geschminkt habe, nach diesem Tutorial (mei, wie die sich freut über alles!) und es wurde sogar sehr gut!


Auf dem Heimweg habe ich mir (L. hatte sich einmal durchs Crepesortiment gefuttert, der Hübsche und Q. waren in der Raclettebar gewesen) endlich einmal das gekauft, was ich seit Jahren da schon mal probieren wollte: Käsefondue to go aka "Fonduebengel". Die örtliche Kindergugge betreibt eben eine Fondue-Bar, ganz klassisch, aber es gibt auch halbierte Pain Paillasse, die auf einem Hotdog-Brötchenspies ausgehöhlt warden und dann mit einer Portion frisch angerührtem Fondue (mit allem, mit Wein, Knoblauch und nicht aus einer Fertigmischung) gefüllt werden. Ich fand das vor allem skurril und war bereit, die 6.50CHF nur für die Erfahrung abzuschreiben, aber holla die Waldfee, das war unglaublich lecker! (Ich war so offensichtlich begeistert, dass der Rest der Familie bis auf L., der keinen Käse mag, mir den grössten Teil wegprobierte).




Daheim dann packte Q. seinen Rucksack und machte sich auf den Weg, seinen Vereinspflichten nachzukommen: Bandenrichter bei einem Heimturnier der U21-Unihockeymannschaft.


Wir daheimgebliebenen räumten (Pfadisachen, Wäsche und so), flickten respektive nähnten (ich eine Hose, ein Abzeichen auf ein Wöflihemd, einen nicht gerade unauffälligen, aber ich war auch echt sauer über den Arsch, der mir ein Brandloch verpasste, Flicken auf meinen Lieblingsmantel), tranken Kaffee in der Sonne, packten Schulsache und fanden so im allgemeinen, dass wir ganz grossartige Herbstferien hatten.